Neues EU-Recht beim Schutz ethnischer und religiöser Minderheiten
Am 1. Dezember 2009 trat der Vertrag von Lissabon nach einem langwierigen Prozess in Kraft. Das neue EU-Primärrecht besteht aus dem Vertrag über die Europäi-sche Union und dem Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union. Die Europäischen Grundrechte ins-besondere die Rechte von ethnischen und religiösen Minderheiten werden somit nicht mehr nur von der Euro-päischen Menschenrechtskonvention (EMRK) gestärkt, sondern nun erstmals umfassend schriftlich fixiert von der Charta der Grundrechte der Europäischen Union.
alle bleiben - Bleibe(R)Echt für Roma in Deutschland

Mach mit bei Projekten, informiere dich über die Hintergründe zum Bleiberecht und beteilige dich an der Entwicklung von Perspektiven! Seit Jahren gibt es bundesweite Vernetzung von Roma Organisationen und Unterstützern, darunter auch viele Jugendliche Roma, die hier geboren sind und ihre Zukunft in Deutschland sehen, die nicht kampflos zulassen wollen, dass man sie in ein fremdes Land abschiebt, in dem sie massiv diskriminiert werden. Sie versuchen durch Informationsveranstaltungen und Protestaktionen eine breitere Öffentlichkeit zu schaffen, auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen und durch Gespräche mit Organisationen und Politikern ein Bleiberecht für die in Deutschland lebenden Roma zu erreichen. Aber hierfür brauchen sie die Unterstützung ihrer Freunde, Lehrer und Nachbarn. Jeder einzelne zählt! Auch deine Stimme ist wichtig!
Schließe auch du dich einer Gruppe in deiner Nähe an und hilf mit das Bleiberecht für alle Roma zu erreichen!
Wir fordern: alle bleiben!
Roma Jugendarbeit in der neuen Ausgabe des "Forum Jugendarbeit International"
Unter dem Themenschwerpunkt "Internationale Jugendarbeit und Chancengleichheit" hat IJAB eine neue Ausgabe des "Forum Jugendarbeit International" herausgegeben. Das Thema zielt auf eine stärkere Einbeziehung und Erreichbarkeit benachteiligter junger Menschen.
Internationale Jugendarbeit kann einen Beitrag leisten, dass junge Menschen ihre eigenen Stärken entdecken und einbringen – sie ist sozusagen Übungsfeld für die Entwicklung und Förderung sozialer und interkultureller Kompetenzen. Die Aufsätze stellen Konzepte und Erfahrungen aus der internationalen Jugendarbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen benachteiligter Jugendlicher vor. Darüber hinaus berücksichtigt der Band weitere wichtige Arbeits- und Forschungsergebnisse innerhalb des breiten Spektrums der internationalen Jugendarbeit und Jugendpolitik.
Romani Youth Empowerment durch internationale Jugendvernetzung
Merfin Demir, Jonathan Mack, Julianna Orsós
Abstract
Roma sind mit schätzungsweise 10 Millionen Menschen die größte ethnische Minderheit Europas. Damit überschreitet die Population der Roma selbst die Bevölkerungszahl einzelner europäischer Staaten. Diese Minderheit wird auch 60 Jahre nach dem Porajmos, der systematischen Vernichtung in Konzentrationslagern durch das NS-Regime, stigmatisiert, diskriminiert und marginalisiert wie kein weiteres Volk. Dennoch werden Vorurteile und Stereotypen gegen Roma kaum von der Gesellschaft, den Medien und der Politik hinterfragt. Junge Roma finden kaum Zugang in die Strukturen und Angebote der lokalen und internationalen Jugendarbeit. Dieser Artikel versucht anhand von Praxisbeispielen und über konzeptionelle und perspektivische Überlegungen aufzuzeigen, wie durch Jugendselbstorganisation und durch die enge Verknüpfung von lokaler und internationaler Jugendarbeit die Partizipation, Empowerment und Mobilisierung junger Roma gestärkt werden kann. Im Sinne eines nachhaltigen und kontinuierlichen Lernprozesses liefert eine internationale Jugendvernetzung wichtige Impulse, um Konzepte der nicht-formalen Bildung in der Roma-Bewegung zu verankern.

